Was Ethik in der Digitalisierung so alles leisten kann

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Quelle: kommunikationsblog.de und shutterstock.com

Viele Einwände gegen die Digitalisierung sind ethisch-moralisch gefärbt. Zum Beispiel: Sie macht uns abhängig von undurchsichtigen Netzwerken. Der Staat und große Firmen spähen uns pausenlos aus. Sie horten unsere Daten für ihre Zwecke und vernichten unsere Privatsphäre. Die Digitalen Medien führen zu einer Verrohung der Kommunikation und zur Vereinsamung der Menschen „vor ihrem Bildschirm“.

Sind das ethisch-moralische Einwände? Da geht es doch eher um Recht und Gesetz. Daten- und Kündigungsschutz sind juristische Themen. Deshalb rufen wir nach strengeren Gesetzen, nicht nach einer „neuen Moral“. Wir erwarten, dass wir im Kontext der Digitalisierung „zu unserem Recht“ kommen. Nicht nur in Sachen Privatsphäre. Dafür vertrauen wir auf das Gesetz. Eine Stufe tiefer geht es jedoch um etwas ganz Anderes.

Die Würde des Menschen

Es geht um unsere Würde. Es geht uns darum, respektiert zu werden (nicht einfach „in Ruhe gelassen“) und frei entscheiden zu können. Ich möchte über mich selbst bestimmen und sagen, was ich denke. In einem geschützten Rahmen. Ohne Angst. Ich will frei sein von Diskriminierung und ich will sinnvolle Arbeit haben. Von ihr leben können. Ich möchte Anerkennung finden. Ich möchte in Sicherheit leben, gesund und mit Genuss. Ich möchte lieben und geliebt werden. Das sind einige der Werte, die uns am wertvollsten sind. Und vor allem: Das sind nicht einfach Wünsche, die wir an den Weihnachtsmann adressieren. Das sind Grundbedürfnisse, ohne deren Erfüllung unser Leben an Würde verliert. Und dann sinkt das moralische Grundwasser.

Es geht uns also vor allem um moralische Werte. Und die können wir nicht mit Gesetzen durchsetzen. Ein würde- und wertvolles Leben braucht einen moralischen Grundwasserspiegel. Sonst greifen auch Gesetze nicht. Zum Beispiel kann das Gesetz „Ehe für alle“ nicht dafür sorgen, dass Schwule und Lesben ihre Partnerschaften in Würde leben können. Damit das funktioniert, braucht es Grundwasser.

Wie Ethik wertvolles Leben ermöglicht

Ethik ist der Schlüssel zu einem Leben in Würde. Sie reguliert das moralische Grundwasser einer Gesellschaft. Sie analysiert dessen Qualität und schlägt im Notfall Alarm. Sie untersucht, was dieses Grundwasser vergiftet und was es schützt. Auf diese Weise kümmert sich Ethik um die Frage, was ein gutes Leben ist und wie wir es verwirklichen. Sei es wirtschaftlich, medizinisch oder sozial. Die Instrumente der Ethik sind: das kritische Denken, der respektvolle Dialog, das aufmerksame Interesse.

Die Ethik gibt also keine Antworten oder Ratschläge. Sie untersucht. Sie erforscht, worauf wir unser Leben gründen – und ob das wirklich belastbar ist. Sie schreibt uns nicht vor, was wir zu tun und zu lassen haben. Sie moralisiert nicht. Sie hinterfragt. Sie sucht hartnäckig nach guten Gründen. Ethik ist also keine Besserwisserin – wie früher die Moral. Stattdessen hinterfragt sie Gesetz und Moral. Sie durchleuchtet das, was sich als selbstverständliche Praxis ausgibt. In der Politik, in der Ökonomie – überall. Dabei geht es ihr nur um das Eine: dass ein würde- und wertvolles Leben möglich wird. Für alle. Das war’s auch schon.

Digitalisierung stellt alles auf den Kopf

Es ist heute und in Zukunft nicht mehr möglich, das „gute Leben“ ein für alle Mal zu definieren und zu normieren. Diesen Umstand „verdanken“ wir der Digitalisierung. Sie hat nicht nur die Komplexität unseres Lebens vervielfacht, sondern auch das Tempo und die Abhängigkeiten und die Undurchschaubarkeit.

Um davor nicht zu kapitulieren, um den Durchblick zu bekommen und den Anschluss nicht zu verlieren, hilft mir die Ethik. Konkret, individuell und ganz praktisch. Ethik ist heute und in Zukunft eine sehr persönliche Kompetenz. Sie ist eine Fähigkeit, die mir erlaubt, ein würdevolles Leben zu führen. Mir selbst hat die langjährige Auseinandersetzung mit Ethik gleich drei Lichter aufgehen lassen.

Wie mir die Ethik geholfen hat

Erstens: Wenn ich in meinem Leben gute Entscheidungen fällen kann, dann steigt meine Lebensqualität. Ich fühle mich frei, getragen, selbstbestimmt und viel wohler in meiner Haut, weil ich realisiere, dass ich Entscheidungen wirklich selber fällen kann und zu ihnen stehen. Egal, wie anspruchsvoll sie sind.

Zweitens: Wie alle Menschen brauche ich eine Rechtfertigung für das, was ich mache und für das, was ich sein lasse. Ich habe das Bedürfnis, vor mir selbst und vor den Menschen, die mir etwas bedeuten, mit guten Gründen bestehen zu können. Ethik hilft mir dabei auf erstaunlich einfache Weise, zu diesen Gründen zu kommen. Das hat mich über die Jahre sehr erleichtert.

Drittens: Jede und jeder hat einen inneren Kompass, mit dem wir jederzeit und in noch so verzwickten Situationen Orientierung finden. Das klingt unglaublich, aber es ist wahr. Mit Hilfe der Ethik habe ich gelernt, diesen Kompass zu nutzen.

Möchten Sie diese Thematik für sich oder Ihre Organisation vertiefen? Möchten Sie mehr über die Ethik und ihr Potenzial erfahren?

Hier mein Angebot an Sie:

  • Wenn Menschen und Organisationen lernen möchten, Ethik sinnvoll einzusetzen, gestalte ich die Lernprozesse: Weiterbildung, Seminare, Workshops.
  • Wenn Menschen und Organisationen ihre ethische Kompetenz weiterentwickeln möchten, unterstütze ich sie durch Einzelcoaching, Supervision und Teamentwicklung.
  • Wenn Sie sich ethische Fragen im Kontext der Digitalisierung stellen, kann ich Einblicke geben und Überblick schaffen.

Wenn Sie Lesefutter zum Thema suchen – hier mein Tipp:
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Wann setze ich in Sachen Digitalisierung aufs richtige Pferd?

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Quelle: Royalticket GmbH auf pinterest

Die Diskussionen um die Digitalisierung in Bildung und Arbeit drehen sich praktisch ausnahmslos um die Frage, ob und wie man jetzt aufs richtige oder falsche Pferd setzen könnte. Niemand realisiert, dass das Pferd das eigentliche Problem ist. Was ist damit gemeint?

Das Kernproblem liegt hier: Die Entscheider in Politik, Ökonomie und Bildung sind nicht in den digitalen Netzwerken. Deshalb bekommen sie nichts von dem mit, was derzeit um sie herum los ist: Welche Entwicklungen sich die Klinke in die Hand geben, wohin die Reise geht. Führungskräfte, (Bildungs-)Politiker, Horden von Pseudo-Spezialisten, die große Mehrzahl der Menschen in (aus-)bildenden Berufen: Sie sind nicht in den digitalen Netzwerken unterwegs. Deshalb kriegen sie nichts mit. Sie sind auf eine hilflose Art abhängig von denen, die ihnen Informationen zuliefern: Mitarbeitende, die wiederum von ihnen abhängen. Die allermeisten Organisationen funktionieren nach wie vor hierarchisch. Da will dann niemand der Überbringer von „Bad News“ sein, von denen eine ganz entscheidende lautet: „Das Pferd ist tot, Sir.“

Und weil so unglaublich viele Menschen (die meist Männer sind) in entscheidenden Positionen keine Ahnung haben von der Digitalisierung, sehe ich eine der größten Gefahren bei den wie Pilze aus den Böden schießenden „Beratern und Experten für Digitalisierung“. Die sind nämlich einem alten Sprichwort folgend „in der Wolle durchgefärbte“ Vertreter der old economy. Sie betreiben technologisches Pflästerchen-Consulting und haben selbst keinen blassen Schimmer von den kulturellen Umwälzungen, die tatsächlich hinter der Digitalisierung stecken. Denn auch sie sind nicht in den digitalen Netzwerken unterwegs.

Quelle statt Wasserhahn

Sicher: Die Herren Entscheider lesen Zeitung. Womöglich sogar jeder Zehnte von ihnen auf dem Tablet. Aber was in Zeitungen steht, ist gefiltert wie nichts anderes. Es ist tendenziell wie nichts anderes. Es ist in 80 bis 90 Prozent der Fälle bereits kopiert.

Bei der Digitalisierung erfolgreich mitzumachen, das setzt voraus, dass ich mir selber ein Bild von der Wirklichkeit mache, wie sie sich im Moment entwickelt. Es setzt den Willen voraus, sich der Unsicherheit auszusetzen – und der Agilität: Ich muss ständig unterwegs sein in den digitalen Netzwerken (Twitter, linkedIn, Facebook, reddit u.v.m., relevante Newsletter, blogs u.v.m.). Ich muss mir mein Wissen und meine Informationen selbst zusammenstellen. Ich muss so viel wie möglich an den Quellen zu Gange sein, nicht am Wasserhahn kleben. Was da rauskommt, ist nämlich  total gefiltert.

Ich muss vernetzt sein, im Gespräch, im Dialog, im Austausch. Mit Menschen, die ebenfalls agil sind, die Nuggets finden und teilen. Und zwar im digitalen Netz. Anders lässt sich Komplexität nicht mehr organisieren. Das ist Digitalisierung im Kern.

Das Ablenkungsmanöver mit den Digitalen Technologien & Tools

Es geht nicht darum, in welche Technologien wir investieren, und was wir uns „ins Haus holen“, weil die Digital Economy ebenso wie die Digital Society nicht mehr nach dem Haus-Modell funktionieren, sondern nach dem Netzwerk-Modell. Und es kommt noch dicker: Sämtliche Technologien, die wir brauchen, um in der Digitalisierung erfolgreich unterwegs zu sein (als Mensch, als Organisation), gibt es bereits im Netz. Viele davon in der Cloud. Offen verfügbar, meist kostenlos oder spottbillig. Hervorragend erklärt, leicht zu lernen und einzusetzen.

Dann: Im Digital Age gibt es keine Eingangskontrollen mehr. Keine Visa, keine Mauern und Grenzzäune. Wer Strom hat, Netz und ein Device, spielt mit: erfindet mit, kauft und verkauft mit, entdeckt und entwickelt  mit. Kontrolle ist durch Transparenz ersetzt. Alle haben Zugang, aber wer sich daneben benimmt, kickt sich selber raus.

Die vor allem in der Bildung um sich greifende „Tooleritis“ ist also nicht wirklich das Gebot der Stunde. Mit digitalen Tools um sich zu werfen ist nämlich ein Versuch, digitale Technik & Medien in ein völlig veraltetes Denksystem von Bildung zu integrieren, das lernende Menschen gar nicht befähigt zu einem Leben im Digital Age. Im Moment werden überall die Reservate technisch hochgerüstet. Dabei würde Bildung 2017+ ja bedeuten, dass Menschen gemeinsam rausgehen auf Expedition, statt dass lernende Menschen zuerst mühsam an didaktischen Hickhack gewöhnt werden, um sich anschließend mühevoll in Digitalien auszuwildern. Das ist ein sträflicher Schwachsinn! Die Strategie einer „technologischen Aufrüstung“ ist kontraindiziert und verlängert die Ablösung eines längst überholten Bildungssystems.

Wir sind das Netz

Und die Politik, nach der alle rufen? Was die Politik macht, ist nicht entscheidend, weil sie mit ihren trägen Seilschafts-Ritualen gar keinen Einfluss hat auf die Wertschöpfungsketten des digitalen Zeitalters. Auch wird die Politik in den kommenden Jahren weiterhin Aufmerksamkeit und Geld in Strukturen der Old Economy lenken. Sie wird weiterhin Menschen ermutigen und fördern, die in das Pferd investieren.

Die Digitale Zukunft wird sich aber woanders abspielen, entwickeln und prosperieren. Im Digital Age spielen und entscheiden andere Stakeholder. Das sind übrigens immer mehr auch Menschen wie du und ich. Sie finden sich zusammen über Netzwerke wie z.B. meetup: Teilen ihre Interessen, bilden sich gegenseitig aus und weiter, knüpfen pausenlos Kontakte und weben dadurch ein dichtes Netz an Kommunikation, Interaktion und Wertschöpfung – jenseits des alten Spiels der Chancenzuteilung durch das Bildungssystem und durch andere Kastenkulturen der westlichen Welt.

Die Regeln des neuen Spiels mit Namen Digitalisierung versteht nur, wer mitspielt. Und das ist die Voraussetzung dafür, um hier und da etwas zu gewinnen.

1’001 Lernvideos – das who-is-who der Youtube-Stars

statt Schule

digital unterrichten

Eine unglaubliche Vielfalt an Lernvideos findet man heute kostenlos auf Youtube. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Stars und Kanäle. Vorweg ein kleines, nützliches Tool: Wer ein Youtube-Video ohne lästige Werbung und Empfehlungen am Ende sehen möchte, kann sich jedes Video über Viewpure ohne Schnickschnack anschauen.

Ursprünglichen Post anzeigen 467 weitere Wörter

Wie blöd muss man eigentlich sein?

Bildschirmfoto 2017-09-09 um 11.08.34Die Sozialen Medien bestehen (neben den gern zitierten Katzenbildern), fast nur noch aus „Was für dumme Säcke“-Posts und „Wie blöd muss man sein?“-Kommentaren. Da liegt die Lösung nicht sehr weit, nach „mehr Bildung“ zu rufen, was ja auch lautstark geschieht. Zwar weniger in den Sozialen Medien, aber im Fernsehen und in den Zeitungen. Und insofern dann doch wieder in den Sozialen Medien.

Mit „Mehr Bildung“ ist aber gemeint: Mehr Wissen. Weil ja „Wie blöd muss man sein?“ gilt, wird geschlussfolgert: Die Doofen wissen einfach zu wenig. Also müssen sie mehr wissen.

Also erhöhen wir die Dosis. Wir öffnen die Schleusen. Wir vermitteln noch mehr Wissen. Wir vermitteln es professioneller als vorher, benutzen das WEB dazu und Apps. Wir investieren Milliarden „in Bildung“.

Wir tun mehr Desselben.

Wir erhöhen die Produktion, den Verkauf und die Logistik von Wissen. Wir erschaffen noch ausgeklügeltere Methoden der „User Experience“ (Abkürzung: UX), damit die Doofen sich nicht so gegen die Wissensbedampfung sträuben.

Wir veranstalten noch mehr exzellente, prominente Keynotes, stellen sie ins Netz, machen prominent besetzte Podium-Diskussionen, labern, was das Zeug hält. Haben Recht, wissen besser, pumpen den Äther voll damit.

In der Konsequenz bestehen die Sozialen Medien (neben den gern zitierten Katzenbildern) fast nur noch aus „Was für dumme Säcke“-Posts und „Wie blöd muss man sein?“-Kommentaren.

Da liegt die Lösung nicht sehr weit, nach „mehr Bildung“ zu rufen.

da capo…

Fremdsein – ein Menschheitsgefühl

!Lesen

Wortspiele: Ein literarischer Blog

Maxi Obexer beschwört „Europas längsten Sommer“

Himmel über Berlin – Foto: Wolfgang Schiffer

Ohne es sich genau zu überlegen, ohne es genau zu wissen oder wissen zu wollen, leisten sich die europäischen Länder in ihrem Inneren ein grundsolides nationalistisches Denken.Ein Denken, dem die Logik des Ausschlusses bis in die kleinste Haarspitze hinein einverleibt ist. Das ihren Marginalisierten und Minderheiten fortwährend bescheinigt, dass sie nicht gleichwertiger Teil des gesellschaftlichen Ganzen seien. Aber was dann? Dasselbe System ist ja dafür verantwortlich, dass es „Randständige“ gibt, oder hat Länder annektiert und damit Minderheiten geschaffen. Warum wollte man sie dann überhaupt?

Diese Zeilen stehen in Maxis Obexers Roman Europas längster Sommer, erschienen vor wenigen Monaten im Verbrecher Verlag.

Auf einer Bahnfahrt von Italien nach Berlin sitzt eine junge Frau mit sechs jungen Männern in einem Abteil – sie könnten zu einem Fußballspiel unterwegs sein, wohl eher jedoch sind es Flüchtlinge, die darauf hoffen…

Ursprünglichen Post anzeigen 623 weitere Wörter

Bonner #Sommerinterview – So verlief die diesjährige Saison

Ich durfte dabei sein und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal herzlich dafür.

Ich sag mal

Was ARD und ZDF können, kann ich auch: Sommerinterviews in unserem Garten. Das mache ich nun schon im dritten Jahr. Die Saison ist abgeschlossen. So liefen die Gespräche:

Bonner Wirtschaftsanzeiger startet – Hakan Cengiz

Gestaltungsdiskurs zu Industrie 4.0, fehlende Debatte zu Society 4.0 und die Rolle von Fach- und Publikumsmedien – Professor Volker Banholzer

Wie die Digitalisierung unser Bildungssystem abschafft und wie mögliche Alternativen aussehen – Christoph Schmitt

Livestream made easy – Thomas Nowara

Mehr Menschen am richtigen Ort – Antje Röwe

Ursprünglichen Post anzeigen

Education in the digital future: Now it’s going to be real!

haende
http://www.gene-muenchen.net

Buzzwords fill the air. Key notes fly around our ears. But developments do not take place. Because the education system does not change, it will be replaced step by step. Why do schools and universities not embrace the digital change? Because their two main characteristics are no longer in demand: pedagogy and didactics. These are bad news –  explained in detail elsewhere. Now I’m thinking about the question: What comes to us?

I am asked again and again: „How do education and school look like in the future?“ Well: On the one hand alternatives already exist. They are digital (udacity, coursera, edX & consorts), and they are analogous. On the other hand alternative learning projects spring up like mushrooms, as recently read again: Free schools are on the upswing. Even in Switzerland.

In this article I will now show you what successful education is going to be in the future. And again, it is not a question of whether we want it or not. It is only a matter of how we shape it.

  1. There are no more (school) subjects

In the future there will be topical priorities and concerns to group around those who are interested, with the aim of developing solutions. „Subjects“ are only a hindrance. Learning means solving real problems. Therefore, learning people work in projects. Demand-, result- and product-oriented. Exclusively on real topics.

  1. There are no classes left

Project teams form up age-intertwined (or division-, company- or branch-mixed) on the basis of current, relevant topics, self-selected tasks and projects. They always have a need-oriented goal that is self-formulated. They work as „circles“ in the sense of Holacracy. They operate as „communities of practice“. Self-organized and non-hierarchical. Operation method is collaborative. The teams dissolve after completion of the project.

  1. There is no more instruction

Teaching is always externally controlled. Learning is always self-controlled. This is why all learning processes are structurally self-organized in the future. Learning and education are no longer institutional. Learning people are grouped together into project teams. They organize, create and use the infrastructure they need. The resource management is self-organized, also with regard to the required information.

  1. There are no more grades

People learn from each other. At any age. Age and age-group intermixing simplifies and guarantees the growth of self-organization and self-responsibility. Different forms and levels of competence development inspire, complement and scale each other.

  1. There are no more tests

There are various ways of documentation and presentation in the sense of „evaluation“, aligned to the respective projects and their requirements. People learn to know („discover“) and appreciate themselves through these processes. They gain feedback through „appreciative inquiry“ to design, reflect and control their own private processing. But performance is always collaborative. Furthermore individual competence and expertise are documented through self-organized, digital portfolios.

  1. There are no more markes

There are self-controlled (!) feedback systems, which allow me to use my self-assessment and my own development (by increasing age also as „professionalization“): Focussed on Skills- and  Strengths, potentials and needs. To recognize, appraise and connect individual needs an social requirements is one of the most important concerns of these processes.

  1. There are no more curricula

No content is specified for the learning processes. Objectives are oriented and strengthened in open forms of competences. The „Curriculum 4.0“ (the guiding principle of each learning organization) is reduced to seven questions:

a. What do we want to achieve?

b. Why do we want to achieve it?

c. How do we achieve it?

d. What can we do about it?

e. How do we get to do that?

f. What help to we need?

g. How do we get it?

  1. There are no teachers

Didactic and pedagogical expertise is no longer required. Required are e.g. skills in the fields of systemic and solution-oriented coaching and social-counseling, mediation, “gestalt psychology”, non-violent communication (acc. to Marshal B. Rosenberg), moderation and TZI group management. Maybe coding 😉

  1. There is no paper left

Information management is digital. There are no educational or didactic „textbooks“ any more. Everything is open source & access. Paper takes place only as a creative matter.

Learning will take place in the future (again) without pedagogic-didactic intermediaries. People of all ages develop the core competencies of the 21st century without pedagogic-didactic detours.

And now: read this.

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