Der Zukunft aus dem Weg gehen.

 

Bildschirmfoto 2018-07-20 um 20.27.02

Ich weiß nicht warum, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Ruder rumreißen können, dass wir die vielen anschwellenden Probleme in den Griff bekommen und vor allem, dass wir Visionen für die Bündelung der Kräfte zusammenkriegen.

Und wenn wir das wollen, dannn müssen wir als erstes aufhören, die jungen Menschen in unserer Mitte zu belehren und zu beschulen. Wir müssen das Mindset verlassen, dass wir, die Generation der Er- und Entwachsenen den kommenden Generationen irgendetwas Zukunftsfähiges zu vermitteln hätten, denn der Konkurs von Natur, Demokratie und Menschenwürde geht auf unsere Kappe und auf deren Kosten. Wir sind es, die sich jetzt bewusst werden müssen, dass wir diesen Planeten mit unserer abgründigen Dekadenz zerstören, und zwar bis in die kleinsten sozialen und ökonomischen Verästelungen hinein, und mit einer Vorstellung von Verantwortung im Gepäck, die das Phänomen dahinter verhöhnt.

Wir halten uns nicht nur Millionen von Menschen als Arbeitssklaven, um uns hier auf diesem kleinen Flecken Europa ein angenehmes Leben zu leisten, wir nehmen mittlerweile auch die jungen Generationen als Geiseln dieses Wohlstands, der derzeit in eine grassierende Reflexionslosigkeit und Denkfaulheit mündet. Und der den Planeten zerstört. Die kulturellen und die ökologischen Lebensgrundlagen.

Die Ignoranz, mit der wir Normalzustand simulieren, ist widerwärtig.

Wir müssen aufhören, den jungen Menschen unter uns etwas als Zukunft zu verkaufen, das keine ist. Schule und Erziehung provozieren keine Zukunft. Sie blähen die Gegenwart auf. Wir müssen lernen, uns zurück- und unsere Hybris herauszuhalten. Unsere Überzeugung, wir wüssten es besser. Wir müssen diese Hybris endgültig ablegen. Als Systeme ebenso wie als erziehende und belehrende Menschen.

Wir müssen ganz grundsätzlich hinhören lernen auf das, was uns an Optionen und Fragen, an Hoffnungen und vor allem an Strategien begegnet aus einer Generation, die wir, die Alten, in fast allen mir zugänglichen Diskursen entwerten als verwöhnt, sicherheitsbedürftig, harmoniesüchtig und „merkwürdig positionslos“.

Dabei sind wir das ja selbst: Die Verwöhnten, die Harmoniesüchtigen, die Ängstlichen, die Hosenscheißer, die Sicherheitsbedürftigen, deren Positionsgehabe sich in Empörung und Biowarenkorb erschöpft – das sind wir. Die Alten. Von links bis rechts. Von Öko bis Kreuzfahrer – alles unsere Bilder, die wir auf die jungen Menschen projizieren, um unser Weltbild aufrecht erhalten zu können.

Wir stehen der Zukunft im Weg. Es ist Zeit, dass wir ihn frei machen und bei denen in die Lehre gehen, denen wir die Zukunft stehlen.

Veröffentlicht von

Christoph Schmitt

Culture & Mindset Worker, Blogger, Ressourcenklempner, Coach, Weiterdenker, LinkedIn Top Voice. Ich unterstütze kleine & große Unternehmen beim "Digital Turn". Spezialisiert auf die Themen Mindset & Kultur. Systemisch & lösungsfokussiert. -> enabling people & organizations to bring digital & analog learning together

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