Schule als Schonraum – »we do not lecture and we do not profess« 

„Eine differenzierte »Schonraum«-Konzeption orientiert sich an der Auseinandersetzung als Voraussetzung, in Lernnetzwerken teilnehmen zu können. Offenheit für neue Inhalte, Umgang mit anderen Perspektiven, Assoziationen formulieren, Verdichtungen vornehmen, Modelle verstehen, Abstraktionen erklären, eigene und fremde Meinungen kritisch befragen und echte Formen von Zusammenarbeit erleben und reflektieren sind wesentliche Kompetenzen für wirksames Lernen im 21. Jahrhundert – ein Lernen, das längst eine große Bedeutung in der Berufswelt hat und sich nicht mehr auf die Schule beschränkt. Die Kompetenzen können im Netz erworben werden, sie sind aber auch eine Voraussetzung, um im Netz wirksame Lernprozesse voranbringen zu können.“

Schule und Social Media

Immer wieder erstaunt mich, dass der vielschichtigen Herausforderung, welche die Digitalisierung für die Schule als System darstellt, nicht auf eine naheliegende Weise begegnet wird: Durch die Betonung der »Schonraum«-Funktion der Schule.

Schonraumlernen bezeichnet die Vorstellung, dass Lernen in einem Umfeld geschehen soll, das Fehler verzeiht und Settings anbietet, die an den Kompetenzaufbau der Lernenden angepasst sind.

In Bezug auf den Einsatz digitaler Kommunikation kann eine naive von einer differenzierten Schonraum-Vorstellung unterschieden werden: Viele Schulen orientieren sich an einer naiven Schonraum-Vorstellung, indem sie sich implizit oder explizit an kulturpessimistischen Vorstellungen orientieren, wie sie etwa kürzlich Michael Furger in der NZZ am Sonntag ausgeführt hat:

Mehr Kompetenzen, weniger Wissen – das ist auch die Idee des Lehrplans 21 und somit das künftige Modell für unsere Schulen. Damit wird im Grunde der traditionelle ­Bildungskanon zu einem Auslaufmodell. Geschichte, Literatur, Geografie: So etwas kann man ja – wenn man es wirklich genau wissen…

Ursprünglichen Post anzeigen 421 weitere Wörter

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Autor: Christoph Schmitt

collaboration coach & learning engineer. swiss based, exploring the planet(s) for better education, in love with creative knowledge working www.bildungsdesign.ch -> enabling people & organizations to bring digital & analog learning together -> building the bridges between fields & professions of education -> to help teachers teach & learners learn

1 Kommentar zu „Schule als Schonraum – »we do not lecture and we do not profess« “

  1. Der Lehrplan 21 ist, ob wir dies wahrhaben wollen oder nicht, im Dunstkreis der SVP entstanden. Keine andere Partei hat sich während der letzten Jahre derart konsequent dafür eingesetzt, dass die SchülerInnen in der Schule lernen sollten, was sie später brauchen können.
    Der Begriff Kompetenz impliziert, dass ich etwas kann, dass dieses Können ein fester, absoluter Wert ist – und verschweigt, dass Kompetenz eine unzuverlässig messbare Grösse im Moment ist.

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