Wenn Menschen mit digitalem Taylorismus auf Linie gebracht werden – Wie kann man das ändern? #D2030

Quelle: Wenn Menschen mit digitalem Taylorismus auf Linie gebracht werden – Wie kann man das ändern? #D2030

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Didaktik als Kunst

In welcher anderen Branche wird das kooperative Moment ähnlich stiefmütterlich behandelt wie in der Lehre? Sie tut jedenfalls so, als ob „Lehren“ ganz grundsätzlich eine Sache von Einzelnen wäre. Zwar mit ganz viel Support im Hintergrund – aber auf der Bühne gilt dann „Stand-Alone“: Wie bei Geräten, „die eigenständig, ohne weitere Zusatzgeräte, ihre Funktion erfüllen können“ (Wikipedia).

Dass Lehr-Lern-Prozesse durch vielfältige Zusammenarbeit gewinnen und erst dadurch zu ihrer eigentlichen Grösse finden, das hat in Bildungskontexten wenig Plausibilität. Die Berührungsängste sind dort, wo Didaktik hinreicht, mit Händen zu greifen. Nicht erst dann, wenn Interdisziplinarität angesagt ist. Ganz anders die Erfahrungen beim 4. Bildungsbier an der Hochschule Luzern. Da ging es um die Frage, was Didaktik mit Kunst zu tun haben könnte. Und eine erste, starke Antwort lautet: Eine Menge, wenn sie dazu bereit ist, ihren Status als „Einzelleistung“ zu hinterfragen und sich auf das Phänomen des Kollaborativen einzulassen.

Erschaffen von Raum statt Kneten intellektuellen Hefeteigs

Dass Didaktik dann sogar zu einer Kunst wird, ist bereits zu Beginn in einer kleinen Performance mit Fabian Bautz spürbar: Die Anwesenden nehmen den Raum in Besitz und erschaffen ihn dadurch erst für ihre Zwecke. Sie realisieren, wer auch noch da ist (erstaunlicherweise sogar sie selbst). Nicht abschätzend und taxierend wie sonst so oft, sondern entdeckend – in der Bewegung.

Der Raum als „der dritte Lehrer“ (Reinhard Kahl)

Didaktik, die sich als Kunst versteht, beginnt damit, dass sie die Anderen im Raum entdeckt und dadurch den Lernraum erst erschafft – die „Anderen“ nicht als Objekte des Lehrens, sondern als Mitgestalter von Lernprozessen, die alle angehen. Didaktik als Kunst bedeutet Raum zu gewinnen. Es bedeutet gestaltungsfähig zu werden. Auch und vor allem körperlich. Hinaus aus den kognitiven Verengungen, indem ich den ganzen Körper nutze: als Sensorium, als Kompass, als Instrument der Kommunikation im künstlerischen Sinne: Als Klang- und Resonanzkörper, als Informationsquelle. So entstehen Beziehungen von fundamentaler Qualität – und erst dann wird Lernen lebendig. Das ist dicke Post, nicht wahr?

Auch die Musik (Silke Strahl, Saxophon/Raphael Loher, Keys) ist an diesem Abend nicht einfach ein weiterer Programmpunkt, sie ist nicht das nächste Thema auf der Agenda. Sie nimmt vielmehr auf und spinnt weiter. Sie leistet ihren eigenständigen Beitrag zur Entstehung des Lernens. Sie öffnet die Tür zu einer weiteren Dimension des Lernens, sie lockt in unbekannte Denk- und Vorstellungsräume. Sie thematisiert den Widerstand, ohne den nicht nur Flugzeuge am Boden bleiben, sondern auch das nachhaltige Lernen.

Silke Strahl am Tenor-Saxophon und Raphael Loher an seinem Wurlitzer

Das Ergebnis ist gar keines

Im zweiten Teil des Abends erschaffen die Teilnehmenden in kleinen Teams Kunstwerke. Die Künstlerin und Dozentin Karin Fromherz führt anschliessend durch die kleine, aber feine Vernissage. Zu sehen sind „noch warme“ Stücke einer Performance Art – entstanden in intensiven Prozessen der Verständigung. Das Hier und Jetzt wird als Ausdruck ergriffener Chancen sichtbar: Augenblickliche Gestaltung von Wirklichkeit, in der alle Beteiligten zum Vorschein kommen – und zwar eben nicht nur in den „Ergebnissen“, auf die die Didaktik bis heute starrt wie die Maus auf die Schlange. Womöglich kann uns die Kunst über die Wirklichkeit vor allem dies erzählen: Dass es entgegen der technisch-ökonomischen Verkürzung unseres Daseins auf Resultate („Credits“) gar keine Ergebnisse gibt, sondern nur Momente des Innehaltens und der Reflexion auf bisher Erreichtes, Verfehltes, Gelungenes und Ausstehendes. Das Kunstwerk ist dann eine Chiffre für das, was im Moment selbst maximal Gestalt anzunehmen versucht – darauf zielt womöglich auch die Formel der „Agilen Didaktik“ von Christof Arn.

Eine Auswahl der entstandenen „Performance-Kunst“

Didaktik als ästhetisches Meisterstück

Was Kunst ist, lässt sich entweder definieren oder erfahren – und Beides lässt sich nicht durch das Andere ersetzen. Ärmer werden die Didaktik und das Lernen allemal, wenn sie sich hauptsächlich aus ihren Definitionen speisen. Und mit Aristoteles und Thomas von Aquin lässt sich sagen: Nichts ist im Intellekt, was nicht durch die Sinne Zugang zu ihm gefunden hat. Und zwar fortlaufend. Die Erfahrung „macht“ die Sache und hält sie lebendig – allerdings nur im Fluss. Didaktik als Kunst bezieht die reale Welt nicht ins Lehren ein, sie setzt sich selbst dieser Welt aus. Und sie ist als Kunst immer kollaborativ: Gemeinsam erschaffend und gemeinsam verantwortlich für den Prozess und seine „Produkte“. Dass dies auch digital geschehen kann, mag den einen oder die andere verunsichern. Aber dazu mehr an anderer Stelle.

Karin Fromherz, Petra Müller-Csernetzky und Fabian Bautz haben das Bildungsbier als Expert*innen begleitet.

„Das ist dein Bier“ sagen wir, wenn wir jemanden auf seine oder ihre Verantwortung zurückwerfen. Hinein ins schöpferische Alleinsein, ins selber Ausbaden. Das vierte Bildungsbier hat gezeigt, dass gute Lehre von all dem das Gegenteil sein kann – und in Zukunft auch sein muss. Denn die Veränderungen, die die Bildung durch die Digitalisierung erfahren wird, können nicht im Modus eines Einzelkämpfers bewältigt werden. Die Digitalisierung macht aus uns erst recht Künstlerinnen und Künstler lebendigen Lernens und Lehrens, ausgestattet mit jeder Menge kreativer Kollaborationskompetenz.

Wer diesen Faden weiterspinnen möchte, dem und der sei dieses Projekt empfohlen: Der CAS „Didaktik als Kunst“. Da geht es dann um Lehren als Meisterschaft. Unsere nächsten beiden Bildungsbiere sind am 9. November und am 14. Dezember. Wir freuen uns sehr, dass auch Sie dabei sind.

Und zum Schluss noch drei Statements: Was ist Kunst für dich?

Was ist Kunst für den Musiker?
Was ist Kunst für Fabian Bautz?
Was ist Kunst für Christof Arn?

 

Der digitale Raum: Fremd und gefährlich?

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Ich vermute, dass noch immer sehr viele Menschen dem Internet skeptisch gegenüber stehen, weil sie es als einen Raum erleben, in dem Dinge passieren, denen sie nicht über den Weg trauen. Sie sehen das Netz als einen Raum, in dem man sich verirren kann, in dem man ausgenutzt, ausgespäht und missbraucht wird – abgezockt und um die Privatsphäre betrogen. Es ist nicht nur ein Raum, in dem ich mich zu schützen habe, sondern einer, vor dem ich auf der Hut sein muss.

Anja C. Wagner hat in einer kleinen Netzumfrage Vermutungen eingefangen, warum in Deutschland und in der Schweiz vor allem Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen Vorbehalte gegen ein Engagement in Sozialen Medien hegen.

Im Ergebnis stellt sich heraus: Es fehlt die Auseinandersetzung und deshalb die Erfahrung. Die Angst vor dem Kontrollverlust ist groß. Außerdem besteht noch kein echter Handlungsdruck – und nicht zuletzt ist es auch eine Statusfrage: Was erwartet mich, wenn ich in den Sozialen Medien auf Augenhöhe mit Menschen interagiere, die nicht meiner „Eliteblase“ entstammen?

Die Digitalisierung stellt unsere Beziehungen zum Raum auf den Kopf

Die hartnäckigen Gründe liegen noch tiefer: Für viele ist das Netz ein Raum, in dem sich vor allem Beobachter tummeln und Beobachtete: Lurkers meet Lurkers. Dazwischen scheint es nur wenig zu geben. Echte Interaktion etwa, oder Zusammenarbeit. Diese beiden verorten wir nach wie vor lieber im Meatspace, nicht im Cyberspace. Das Netz ist das Meer, aus dem wir etwas fischen, um es dann im richtigen Leben, ganz analog, zu gebrauchen. Manchmal verabreden wir uns auch im Netz, aber „treffen“ werden wir uns dann doch lieber in der so genannten Realität.

Auch sind wir es gewohnt, dass Räume, die wir betreten, vorher da sind – sonst könnten wir ja nicht hinein. Im Netz ist das anders. Da entsteht der Raum dadurch, dass wir ihn öffnen. Das könnte eine große Chance sein für Kollaboration. Das wird aber so gut wie nicht genutzt, denn digitale Räume sind zuerst einmal nicht strukturiert oder eingerichtet. Wir sind aber groß geworden mit und in Räumen, in denen alles seinen Platz hat. An der Art seiner Einrichtung erkennen wir den Raum und seinen Zweck. Vor allem jene Räume, in denen wir lernen und arbeiten. Da herrscht Ordnung. Wir lernen früh, dass Räume gestaltet sind, wenn wir sie betreten. Und daran erkennen wir, wo wir sind. Nicht so im Cyberspace. Da sind wir zur Gestaltung herausgefordert. Wir haben alle Möglichkeiten, und das sind zu viele.

Schlachthof oder Tanzsaal? Der Cyberspace ist beides zugleich

Denn der digitale Raum erhält seinen Zweck dadurch, dass wir eintreten. Er bekommt seine Identität dadurch, dass wir ihn betreten – in dem Moment, in dem wir das tun. Du, ich und die anderen. Der digitale Raum entsteht durch unsere Anwesenheit in ihm. Und er verliert sich in dem Moment, in dem wir ihn wieder verlassen. Strange, isn’t it?

Im Unterschied zu den meisten materiellen Räumen ist der Cyberspace nicht vorgespurt. Der materielle Raum hat und verfolgt meist nur einen bis eineinhalb Zwecke. Er ist entweder Schlachthof oder Tanzsaal. Deswegen sind die materiellen Räume auch so zahlreich: weil sie durch ihre Nutzung eingeschränkt sind. Deshalb braucht es viele davon. Nicht so im Cyberspace. Der definiert sich durch das, was diejenigen in ihm veranstalten, die ihn öffnen und wieder schließen. Die Digitalisierung macht uns bewusst, dass ein Raum nur das ist, was wir darin tun. Auch wenn wir ihn noch so zumüllen mit Materie.

Das ist genial: Je weniger ein Raum durch seine Nutzung vorherbestimmt ist, um so mehr kann in ihm entstehen. Er bekommt erst durch die Art und Weise seiner Nutzung und Inbesitznahme einen Sinn. Er entsteht durch die Artikulierung der Anliegen derer, die ihn betreten und dadurch „konstituieren“, also bilden. Das steckt hinter den neuen Buzzwords vom Coworking-Space, vom Colearning- und vom Makerspace. Die Gestalter definieren den Raum nicht nur, sie bilden ihn gemeinsam – und sie lösen ihn wieder auf. Deshalb sind Lern- und Arbeitsräume in Zukunft immer weniger (vorher-)bestimmt – und genau deshalb wird so Vieles in ihnen möglich.

Der digitale Raum ist nicht virtuell. Er ist, was wir aus ihm machen.

Der virtuelle Raum, wie er uns immer wieder durch die Träger*innen klobiger VR-Brillen und die Propheten aus der virtuellen Realität vor Augen geführt wird, der ist – genau wie der Raum des analogen Zeitalters völlig durchgestylt, durchdesignt und gestaltet. Er ist programmiert. Davon hängt ab, was in ihm passiert. In diesem virtuellen Raum werden wir pausenlos geführt. Was wir darin entdecken ist identisch mit dem, was zu entdecken vorgesehen und vorgegeben (und programmiert) ist. Wir suchen die Ostereier.

Der digitale Raum, der ein kollaborativer ist, hat mit dem Raum der „VR“ nichts zu tun. Wenn es im digitalen Raum überhaupt Prinzipien gibt, dann z.B. das der Serendipity: Ein kreatives, nicht vorhersehbares und kollaboratives Entdecken und Kombinieren. Design von Feinsten. Im digitalen Raum werden keine versteckten Ostereier entdeckt wie im Raum der VR. Es geht nicht ums Finden sondern ums Entdecken. Um Expedition.

Die nächste Stufe: Denkräume neu erfinden und gestalten

Diesen Paradigmenwechsel kriegen wir aber nur hin, wenn wir auch mit unserem Denken in neue Räume vorstoßen – indem wir sie betreten. Miteinander. Statt dass wir uns konsequent im Kreis bewegen und immer wieder durch dieselben Denkräume mäandern. Klar, das gibt Sicherheit, weil „da drin“ alles immer so ist, wie es war. Das Bedürfnis ist groß, immer und immer wieder an denselben Begriffen, Überzeugungen, Abläufen, Hierarchien, Mindsets, Menschen- und Weltbildern vorbei zu kommen.

Daraus entsteht aber nur eine Zukunft, die ein „mehr Desselben“ ist. Die Metapher vom „digitalen Raum“ hingegen erlaubt mir, den gemeinsamen Denkraum frei zu gestalten und weiterzuentwickeln. Nie war es einfacher aber auch dringlicher, unser Denken für das Entdecken echter Alternativen einzusetzen. Es ist das Gebot der Stunde.

Über eine Bildung ohne Instruktionen und moralischen Drill

Vor wenigen Tagen hat Gunnar Sohn mich interviewt zu meinem aktuellen Buch „Die Moral ist tot. Es lebe die Ethik.“ Es wurde ein spannendes Gespräch über Möglichkeiten und Chancen einer ethischen Bildungsarbeit auf Augenhöhe – jenseits dessen, was wir uns bis heute an Schule gewohnt sind – und was nirgendwo hin mehr führt. Eine Kurzversion des Interviews gibt es hier:

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Gunnar Sohn ist ein äußerst agiler und erfolgreicher deutscher Wirtschaftspublizist und Medienberater. Er  vernetzt digitale Akteure, die an einer kollaborativen Gestaltung einer neuen Netzökonomie und -soziologie interessiert sind.

Gunnar Sohn
Gunnar Sohn

Für mich war diese Arbeit mit ihm denn auch ein exzellentes Lehrstück über digitale Kommunikation. Ich bin begeistert über die Art, wie er sich in den Sozialen Medien bewegt, wie er Themen platziert, Menschen einbezieht und vernetzt. Das macht nicht nur richtig Spaß. Es beeindruckt mich und zeigt mir, in welche Richtung wir uns bewegen werden, wenn wir erfolgreich sei möchten und zugleich gute Sachen auf den Weg bringen.

Die Langversion des Interviews gibt es hier.

 

 

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Keine Sorge.

Dass die Generation Z in einer Zeit aufwächst, in der es an nichts fehlt, höre ich sagen. Eine Zeit, in der alle materiellen Güter vorhanden sind. Auch Sicherheit. Keine Kriegssorgen und Bildung für alle. Und dass sie deshalb ein bisschen verloren lächelnd durch die Welt laufen würden. Die Jungen. Halbwegs zufrieden und doch auch besorgt und daher ein wenig vegan.

Das ist natürlich in dieser Verallgemeinerung falsch. Es ist (mal wieder) eine Projektion einer wohlversorgten Klasse. Es gibt eine Menge junger Menschen, denen nicht nur die Perspektiven abgehen, sondern auch die Fähigkeit, welche zu entwickeln. Neu ist, dass dieses Manko nicht mehr als Trennmittel taugt zwischen oben und unten, arm und reich, gebildet und nicht. Ob ein junger Mensch Perspektiven für sich und diese Welt entwickeln kann, die diesen Namen verdienen, das hängt nicht mehr von seiner Herkunft ab. Oder von ihrer.

Darüber hinaus gibt es sie tatsächlich: die Sorglosigkeit und die Sorglosen. Ich bin ihnen heute begegnet im Innenhof einer Hochschule. Sie tanzten den Tanz der Fröhlichen. Sie lächelten und lachten. Sie taten nichts Anderes. Und doch: dem Chor Ihrer lächelnden Münder entwich fast unmerklich so etwas wie die Angst, es könnte irgendwann nichts mehr zu lächeln geben. Es fühlte sich an wie selbstverordnet. Wie Singen im dunklen Wald.

Mir kommt es so vor, als sei das durch den Film von David Cameron berühmt gewordene Tanzorchester auf der Titanic zu einer Art Meme geworden. Zu einem stummen Narrativ: Aus dem „Solange wir spielen, leben wir“ ist ein „Solange wir lächeln, leben wir“ geworden. Und in der Tat setzt Lächeln Glückselektronen frei. Oder waren es Hormone? Auch dann, wenn es nichts zu Lachen gibt.

Aber nicht doch. Das sei schon immer das Privileg der Jugend gewesen, höre ich den Äther grummeln. Sich keine Sorgen machen zu müssen. Weil sich andere die Sorgen an ihrer Stelle machen: Die Alten. Auch das scheint mir eine Schimäre zu sein, die ergrauenden Köpfen entspringt.rundumsorglospaket

Die verwechseln das mit dem Vorsorgen. Mit dem Ersparen und Zurücklegen und Vererben. Ein Relikt aus dem 20. Jahrhundert. Oder das Versorgen. Mit was auch immer oder mit allem. Jung sein ist heute versorgt sein: Mit Parolen und Patriarchen. Mit dem Rundum-Sorglos-Paket.

„Sorge“ hingegen ist etwas Anderes. Das wissen wir nicht erst seit Heidegger. Sorge ist ein Urgefühl, ja fast eine Fähigkeit. Sorge tragen ist ein unverzichtbares Tun im Gesamtkontext von Welt, Tier und Mensch. Sorgsam sein. Sorgsam denken, fühlen und handeln. Mit Ressourcen, Menschen, Gefühlen. Sorglosigkeit ist vor diesem Hintergrund ein Affront. Und das Angebot des „Sorg dich nicht“ ist eigentlich ein Imperativ, eine Art Verbot, mit dem mittlerweile schon mehrere Generationen nacheinander aufwachsen.

Nur so kann ich mir erklären, dass die Welt zu Grunde geht ohne dass wir irgendetwas dagegen tun. Du nicht und ich nicht. Tief im Westen sind wir eine Kultur der entsorgten Sorgen. Die nur für Momente zurückkehren. Etwa wenn aus dem Gesicht meines geliebten Kindes das Lächeln verschwunden ist. Aber mein Schatz! Noch ein Haribo? Oder doch die Schule verklagen?

Schlussendlich ist es das, was wir unseren Jungen hinterlassen: Nicht in erster Linie den kaputten Planeten. Sondern vorher noch: Diese Sorglosigkeit. Und dann den Planeten.

Meetup – Offenes Bildungsnetzwerk Freiburg

Ich drück die Daumen!

Dejan Mihajlovic

Bildschirmfoto 2017-05-21 um 15.19.53Wir teilen unsere Gedanken, Ideen, Projekte und Probleme im Netz, um Mitmenschen daran teilhaben zu lassen, uns auszutauschen oder mit unterschiedlichen Perspektiven kollaborativ an Lösungen zu arbeiten. Strukturelle Hürden werden überwunden, neue Kontakte geknüpft, Synergieeffekte entstehen und zuvor nicht denkbare Möglichkeiten eröffnet. Dieses konstruktive Potential der offenen Netzkultur sollte auch in jeder Stadt einen zeitlichen und örtlichen Rahmen finden, weil sich die durch die Digitalisierung entstehenden Herausforderungen nicht auf das Web beschränken. Letzte Woche traf ich mich mit Benedikt, Philip und Olav, um für den Bildungsbereich im Freiburger Raum gemeinsam ein Konzept zu entwickeln. Das folgende Ergebnis ist nicht in Stein gemeißelt und bildet ein flexibles Anfangsgerüst, das sich den Entwicklungen des Projekts immer wieder anpassen wird.

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Am 26. September startet um 19.30Uhr im Grünhof das erste zweistündige Meetup, zu dem Lehrende und Lernende aus allen Bildungsbereichen (formale, non-formale, politische, kulturelle oder sonstige Bildung) eingeladen sind, sich…

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