Die Kraft der gemeinsamen Vision

Nicht nur sind Administration, Organisation und Budgetierungsfetischismus tödlich für Träume und Visionen, die wir so dringend benötigen im Moment. Was uns derzeit in eine totale Lähmung bannt, als Folge einer neoliberal gefärbten Ökonomisierung aller Lebensvollzüge, das ist die uneingeschränkte Regentschaft des Regulatorischen und Administrativen, der grassierende Legalismus im Sinne eines Glaubens daran, dass die Erlösung aus den Gesetzen kommen wird.

Wir sind so übersättigt mit diesem Mist, dass uns eigentlich nur dann Irritation und Angst anfallen, wenn irgendwo irgendetwas nicht richtig geregelt ist. Nicht konform(ular). Wir sind die Ja-Aber-Kultur. Träume sind schon wichtig, aber sie müssen finanziert werden können, wissen sie.

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Graffiti Art in Alfama/Lisbon. Photo: Christoph Schmitt

Dabei ist das Geld ja schon da – es ist einfach woanders. Bei denen, die ihre Allmachtsfantasien mit jenen Träumen verwechseln, die Zukunft ermöglichen. Nicht für einzelne, sondern für den Lebensraum Erde – mit allem, was auf ihr lebt.

Was den Menschen ausmacht: Er und sie können träumen. Nicht im Sinne eines hirnbiologischen Vorgangs, sondern als Vorwegnahme einer anderen Wirklichkeit. Und nicht im Sinne eines Befürchtens, sondern des gemeinsamen Hoffens. Das Visualisieren einer anderen Welt setzt eine ungeheuere Kraft frei, die es braucht, um sie zu verwirklichen.

Hier müssen wir ansetzen. Aufhören, uns systematisch an diesem Träumen zu hindern durch den kolonialistischen Ordnungswahn der westlichen Welt, der spätestens mit der Einschulung beginnt. Und dann sorgen wir dafür, dass wir gemeinsam anfangen zu träumen von einer neuen Welt, die jene rettet, auf der wir alle stehen.

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