Wie wir Lernen erfolgreich organisieren. Ein Vorschlag, der funktioniert

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gif by #melinjin

Wenn ich mit meinen Klient*innen in- und ausserhalb formaler Bildungskontexte  Lernprozesse organisiere, dann gibt es nur zwei Vorgaben: Ein mehr oder weniger konkretes Thema, das die Lernenden umgehend ihren Lern- und Arbeitsbedürfnissen anpassen – und zwei bis drei Kompetenzziele: Was können sie am Ende dieses Prozesses (besser/anders), und woran merken sie selber, dass sie es können?

Von da an organisieren die Teilnehmenden ihren individuellen und gemeinsamen Lernweg selbst, unterstützt durch eine gewisse Anzahl Prozess-Coaches, die vor allem fürs Facilitating zuständig sind. Die klassischen Strukturen (Classroom, Lektionenstruktur, Curriculum) sind hier aufgelöst zugunsten fluider Lernprozesse mit maximaler Selbststeuerung durch die Klient*innen.

Diesen Paradigmenwechsel – vom Lehr-Lern-Modell zum selbstorganisieren Lernen – vollziehen die Klient*innen im Verlauf eines solchen Prozess ganz von selbst und wissen die dadurch wachsenden Kompetenzen und die Vernetzung mit enorm wertvollen Ressourcen sehr zu schätzen. Nicht zuletzt realisieren sie, dass diese agilen, digital fundierten Lernprozesse sich nur wenig bis gar nicht von dem unterscheiden, wie sie sich auch sonst die Welt erschliessen.  Als neu und ungewohnt erleben viele Klient*innen das kollaborative Lernen und Arbeiten, das im Bildungssystem und in den meisten Arbeitskontexte nicht vorgesehen ist, obwohl es die Lern- und Arbeitsform des Digitalen Zeitalters ist – und genau diese Lern- und Arbeitsformen bringen sie sich sukzessive selber bei – indem sie es machen. Wie?

Die Lernenden bilden so genannte Communities of Practice, in Anlehnung an das Modell des „Social Workplace Learning“. Sie organisieren die Lernprozesse entlang der geforderten Kompetenzen selbst und überprüfen Lernfortschritte nach einfachen Rückmeldeverfahren. Diesen Ansatz habe ich hier strukturiert beschrieben.

Solche Lernprozesse verstehen „Digitale Transformation“ nicht im Sinne des Einspeisens digitaler Methoden und Tools, sondern so, dass die Digitale Transformation selbst den Rahmen dieses Lernens (und übrigens auch des Arbeitens) bildet. Was damit gemeint ist, lesen Sie hier. Ein wichtiger Unterschied bei diesem neuen Zugang zu traditionellen Lehr-Lern-Kontexten ist, dass die KlientInnen dabei jene Kompetenzen entwickeln, die für das Arbeiten im Digital Age unverzichtbar geworden sind.

Was in diesem neuen Mindset vor allem zur Verfügung gestellt wird, sind drei Gefässe:

  • Ein digitaler Ort, an dem die für die Weiterbildung notwendigen Daten und Informationen gespeichert sind – für alle zugänglich und frei zu bearbeiten und zu verändern. Im Sinne des „open access“ sind in diesem Space auch und vor allem Verweise zu wichtigen Quellen deponiert und für die Studierenden die Möglichkeit, ihre eigenen Quellen zu integrieren (z.B. ein shared „one note“ oder „evernote“) und ihren eigenen Lernprozess nach ihren Maßgaben zu dokumentieren („Personal Learning Environment“).
  • Eine Plattform für Kommunikation, Chat, Austausch und Vernetzung (z.B. #twitter, slack, microsoft teams, yammer)
  • Eine Plattform für Online-Konferenzen (skype, appear.in, zoom.us, adobe connect, gotomeeting).

Hier finden Sie ein Interview mit einer Klient*in, die das am eigenen Leib erfahren hat.

Einen Kompaktkurs, der diese Form des Lernens erlebbar macht, finden Sie hier.

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie neugierig geworden sind und Lust haben, das selbst einmal auszuprobieren.

Veröffentlicht von

Christoph Schmitt

collaboration coach & learning engineer. swiss based, exploring the planet(s) for better learning experience, in love with creative knowledge working www.bildungsdesign.ch -> enabling people & organizations to bring digital & analog learning together

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