Haben Sie schon einen guten Vorsatz für 2018? Weniger Digitalisierung – oder doch mehr?

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2018 wird ein Jahr, in dem die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Leben radikal zunehmen. Was sich bisher zeigt, sind lediglich Vorboten. Das Tempo wird schneller. Die Veränderungen nehmen zu. Da kommt der Jahreswechsel wie gerufen, denn an Silvester fassen wir gute Vorsätze. Warum die meistens scheitern und wie sie gelingen, darum geht’s in diesem Artikel.

Warum gute Vorsätze scheitern, ist schnell erklärt. Weil sie Vermeidungsziele sind: Weniger Facebook, weniger Sitzungen, weniger online shopping. Nun können Vermeidungsziele aber gar nicht erreicht werden. Das ist, also würde ich zum Taxifahrer auf seine Frage, wo ich hin will, antworten: Egal, Hauptsache weg von hier. „Weniger hier“ ist aber kein Ziel.

Also nehme ich mir doch mehr von etwas anderem vor? Mehr Soziale Netzwerke, mehr digitales Lernen und Arbeiten? Auch das funktioniert so gut wie nie. Weil sich auch hinter solchen Vorsätzen sehr geschickt Vermeidungziele verstecken: Ich muss endlich digitaler werden, sonst droht mir Übles! Auch „mehr Lernen“ dient zum Beispiel fast immer der Vermeidung eines Übels. Das motiviert nicht. Das löscht ab.

Die Lösung

Veränderungen – und die stecken ja hinter jedem „guten Vorsatz“ – setze ich nur aktiv um, wenn mir sonnenklar ist, was mir diese Veränderungen ganz konkret bringen. Das weckt die Lust. Es geht um meinen persönlichen Gewinn – nicht um das Abwenden von Verlust. Solange das unklar ist, siegt immer die Gewohnheit. Was bringt es mir, wenn ich mich intensiver, ernsthafter, nachhaliger mit dem Thema „Digitalisierung“ auseinandersetze? Wenn ich mich weiterbilde und vernetze? Wenn ich mir, meinem Team, meiner Organisation die Chance gebe, die digitale Transformation ernsthaft mitzugestalten? Was habe ich davon, wenn ich traditionelle Hierarchien zugunsten agiler Prozesse tatsächlich loslasse? Unter welchen Umständen fasse ich solche Vorsätze und arbeite daran, dass sie Wirklichkeit werden? Wenn mir klar ist, was ich gewinne.

Die Digitalisierung nimmt nur in Angriff, wer eine Vision hat

Ich brauche ein Bild in meinem Kopf. Eine Vorstellung des Gelingens. Das ist es, was Visionäre bis heute auf den Weg bringt. Nur wenn ich dieses Bild habe, lasse ich los und starte das Neue. Nur dieses Bild löst den Aufbruch aus. Kein Druck, kein Zwang, keine Drohung kann das leisten. Nur der Sog kann es, den eine Vision auslöst. Und das Schöne ist: Das Netz ist voll davon. Von Menschen, die bereits Lösungen praktizieren. Menschen, die Vorsätze nicht fassen, sondern umsetzen.

Deshalb lautet mein Vorsatz für 2018: Noch viel mehr von diesen Alternativen entdecken. Von den Menschen und Projekten, die sich die Digitalisierung unter den Nagel reißen und was Gutes draus machen. Die neue Arbeit entdecken, neue spannende Berufe entwickeln, die das Lernen als nie versiegende Quelle entdecken und fördern. Die das Vermeiden verlernt haben.

Drei Schritte des garantierten (!) Erfolgs für 2018

  • Mich vernetzen. Nicht länger warten, sondern selber anfangen. Ins Netz gehen. Sichtbar werden. Dem Netz nützlich werden. Den „sozialen“ Aspekt des Netzwerkes verstehen und unterstützen. Nicht mehr darauf warten, dass mich jemand einlädt, reinholt, mitnimmt, sondern aktiveR NetzbürgerIn werden. Niemand beschreibt das schöner als Anja C. Wagner.
  • Begeisterte Vorbilder suchen und von ihnen lernen. Durch Austausch, Fragen, Ausprobieren. Die Wirkung jener Augenhöhe real erfahren, die das Lernen und Arbeiten im Netz so erfolgreich macht. Augenhöhe nicht beschwören, sondern praktizieren.
  • Ein Gespür für das Machen bekommen. Nicht mehr länger über Digitalisierung reden und sie stattdessen praktizieren. Statt Key Notes echtes Erleben: barcamps, Expeditionen, Prototyping. Sich die Hände schmutzig machen in der Werkstatt, im Atelier.

Das funktioniert. Ich – und viele andere erleben es täglich. Von diesen Erfahrungen erzähle ich hier – Happy New Year!

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Veröffentlicht von

Christoph Schmitt

collaboration coach & learning engineer. swiss based, exploring the planet(s) for better learning experience, in love with creative knowledge working www.bildungsdesign.ch -> enabling people & organizations to bring digital & analog learning together

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