Islam – Westen – Religion – Kultur

Think different, argue rational, act with empathy.

SINNsorger

Lieber NN
Wie du weisst, bin ich katholischer Theologe (katholisch heisst wörtlich: das Ganze umfassend). Mich interessiert, was andere für eine Religion ausüben und v. a. wie sie das tun! In der Religion geht es m. E. um etwas Grösseres, als um Rituale und Bräuche. Es geht den Religionen um das Transzendente (das Überschreitende und Grenzen Überwindende) und um das, was die Welt im Innersten Zusammenhält, um das, was uns auf diesem blauen Planeten im unendlichen Universum verbindet. Wir Theologen nennen das in deutscher Sprache «Gott». Ich weiss darum, dass jeder Mensch, auch ich, nur eine begrenzte Perspektive hat. Darum bin ich froh um den Dialog und den Austausch mit andersdenkenden und -glaubenden Menschen. Hier kann ich dank anderer Perspektiven dazulernen!

Jede Religion hat auch das Bewahrende und Abgrenzende in sich. Das kennen wir in der römisch-katholischen und christlichen Tradition leider auch nur allzu gut. Voraufklärerisch waren wir und sind…

Ursprünglichen Post anzeigen 651 weitere Wörter

Advertisements

Kehraus.

Bildschirmfoto 2017-10-12 um 09.36.06Wir betrügen die junge Generation um ihre Zukunft mit der Begründung, sie darauf vorzubereiten. Wir verweigern ihnen die dringend benötigten Kompetenzen für die Gestaltung ihres Lebens und ihrer Gesellschaft in der Zukunft. Dadurch, dass wir konsequent und unbeirrt an einem nutzlosen Bildungssystem festhalten, verweigern wir ihnen auf der ganzen Linie die Perspektiven auf eine Zukunft, die so radikal anders sein wird als das Gestern und das Heute. Weil wir uns das nicht vorstellen können, weil wir in unserem Mindset festsitzen, vergeuden wir die Lebenszeit der kommenden Generation.

Und wir tun es mit Verve. Wir zelebrieren es. Wir sorgen jeden einzelnen Tag dafür, dass alles so bleibt, wie es ist. Vor allem in der Bildung. Wir kümmern uns nicht. Wir informieren uns nicht. Wir halten stattdessen in zweierlei Hinsicht am Alten fest. Erstens soll das Alte bleiben: Lehre, Besserwisserei, Bulimie-Pädagogik, Vermittlungsdidaktik, Reproduktion bestehender Verhältnisse. Malen nach Zahlen. Engstirnig und ums eigene Überleben im System besorgt, gefangen in der Vorstellung von der eigenen Unverzichtbarkeit. Überzeugt davon, dass der neue Wein unter allen Umständen in die alten Schläuche muss. Komme, was da wolle.

Zweitens: Wir halten nicht nur das Alte fest. Wir halten uns an ihm fest, wie sich die Passagiere der untergehenden Titanic an allem festgehalten haben, was in Griffweite war. Wir realisieren nicht, wie sinnlos es ist, sich in Überlebenshoffnung an etwas festzuhalten, das selbst im Untergang begriffen ist. Darum tun wir es.

Und wie sollen Menschen in so einer Haltung jungen Menschen Lust auf eine Reise machen können, die Zukunft heißt? Gar nicht.

Das ist eine bedeutsame Verantwortungslosigkeit. Der Verrat an der nächsten Generation ist auch ein Verrat an so vielen dringend zu ergreifenden Chancen, die wir dem Planeten schulden: Lösungen in den weltweiten Migrationsfragen, der geopolitischen und regionalen Neuordnungen, der ökologischen Radikalwende, der Erfindung neuer ökonomischer Systeme, der Entwicklung tragfähiger sozialer Konzepte für unser Zusammenleben: Partizipation. Ganz zu schweigen von den radikalen Veränderungen, die durch die Digitalisierung in all diesen Bereichen bereits am Anheben ist: Das Verschwinden von Arbeit, die Entstehung und Vernetzung digitaler Intelligenzen.

Diese Agenda ist mit dem Mindset, an dem unser Bildungssystem auf allen Ebenen und in allen Formaten so unbeirrt festhält, nicht nur nicht zu schaffen. Wir verhindern durch unsere mal weinerliche, mal polternde Ignoranz eine entsprechende Bildung und Ausbildung. Wir verhindern, dass sich ein Geist der Vernetzung und der Kollaboration entwickeln kann, der die Grundlage für das Lösen all jener Herausforderungen ist, die wir konsequent vertagen.

Wir sind das Problem, zu dessen Lösung wir antreten.

MerkenMerken

MerkenMerken

Wir erfinden Schule und Lernen neu!

Präsentation1
Foto: Christoph Laib

Der Intrinsic Campus hat ein großes Ziel: Eine neue Haltung zum Lernen in allen Bereichen der Gesellschaft zu entwickeln. Mit einem Barcamp in Zürich ist jetzt der Startschuss gefallen. Um die 40 Frauen und Männer kamen zusammen und gaben dem spannenden Thema ein Gesicht. 

Christian Müller und Daniel Straub sind das Kernteam des „Institut Zukunft“. Die beiden haben vor einiger Zeit in der Schweiz die Volksinitiative zum Bedingungslosen Grundeinkommen lanciert. Jetzt gehen sie das nächste große Projekt an: Intrinsic Campus. Ihr Anliegen hat große Relevanz und Aktualität. Es geht um die Erneuerung der schulischen Bildung und des Lernens in der Gesellschaft.

Am 30. September haben wir uns im Kulturpark Zürich zu einem Barcamp getroffen. Da es um den Aufbruch in eine neue Welt von Schule und Lernen geht, liegt es nahe, gleich zu Beginn eine Form zu finden, die den Anforderungen an Bildung und Lernen 4.0 gerecht wird: Barcamp ist eine relativ junge Form der „Un-Konferenz“: Es gibt im Vorfeld kein Programm und vor Ort keine Keynote-Speaker oder „ReferentInnen“. Die Themen werden live unter den TeilnehmerInnen erfasst und in Sessions bearbeitet. Auf einem Barcamp gibt es also keine Gäste, sondern nur aktive Gestalterinnen. Der Grad der Selbstorganisation ist hoch, der Output noch höher. Die Vernetzungsleistung ist enorm.

Klicken Sie hier für einen Einblick in das Barcamp, das ich vorbereitet und moderiert habe. Auf Twitter finden Sie das Barcamp unter #incabamp. Den Blog des Intrinsic Campus finden Sie hier.

Foto: Christoph Schmitt