Warum mit Rauchen aufhören, wenn nur andere daran sterben?

hackathon
Quelle: Die offene Gesellschaft

Solange wir nicht bei den Gründen ansetzen, aus denen wir etwas tun und etwas anderes nicht, wird sich unser Tun nicht ändern. Auch meines nicht. Auch Ihres nicht. Diese Gründe sind immer individuell. Es geht nicht um die Abteilung, die Familie oder die Partei. Auch wenn wir etwas anderes behaupten: Es geht immer um meinen eigenen Hals, Kontostand, Pensionsanspruch.

Nicht einmal die Moral hat die Kraft, diese Gründe für mein Handeln zu verändern. Der US-Amerikaner Al Gore predigt seit Jahrzehnten mit dem Weltuntergang im Gepäck. Er und viele andere. Das ändert nichts an den Gründen für mein Handeln. Gerade dieser „Algoreismus“ führt zu keinerlei Kurswechsel.

Abschreckungs- und Vermeidungsziele motivieren nicht. Sie wirken nur zur Abwendung einer unmittelbar drohenden Gefahr: Wenn meine Entlassung droht oder die Scheidung. Und sie wirken nur, solange die Gefahr unmittelbar MIR droht. Aber kein Mensch hört auf zu rauchen, weil andere an Lungenkrebs sterben. Erst recht nicht verzichtet er oder sie auf Produkte, die Palmöl enthalten, weil woanders auf der Welt jemand vor die Hunde geht. Das ist die eigentliche „unconvenient truth“ – so lautet der Titel des berühmten Films, mit dem Al Gore auf Tour war.

Und: Solange wir unter Druck stehen, rauchen wir weiter.

Wir ändern unser Handeln nicht, wenn sich nichts an seinen Gründen ändert. Dazu brauchen wir eine Vision, die uns sogartig in die Zukunft zieht. Nicht, was nicht mehr sein soll, motiviert mich zu einem anderen Handeln, sondern was unbedingt statt dessen sein wird. Das nenne ich „Vision“. Nichts setzt mehr Kraft frei als eine gemeinsame Vision: wie es sein wird, weil wir es anpacken. Der drohende Weltuntergang ist keine Vision. Er arbeitet mit Druck. Visionen arbeiten mit Sog. Sie ziehen an.

Die Menschen, die den Film „Tomorrow“ gemacht haben – machen es richtig. Sie zeigen, wie Arbeit und Leben anders gelingen können. Sie zeigen, was geht und wie es geht. Auf wunderbare Weise. Auch Filme, die über gelingende Projekte lebendigen Lernens berichten, haben Recht. Ein besonders schöner ist „Schools Of Trust“.

Sie zeigen, dass es geht und wie. Und wie machen sie das? Indem sie machen.

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Autor: Christoph Schmitt

collaboration coach & learning engineer. swiss based, exploring the planet(s) for better education, in love with creative knowledge working www.bildungsdesign.ch -> enabling people & organizations to bring digital & analog learning together -> building the bridges between fields & professions of education -> to help teachers teach & learners learn

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