Bonner #Sommerinterview – So verlief die diesjährige Saison

Ich durfte dabei sein und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal herzlich dafür.

Ich sag mal

Was ARD und ZDF können, kann ich auch: Sommerinterviews in unserem Garten. Das mache ich nun schon im dritten Jahr. Die Saison ist abgeschlossen. So liefen die Gespräche:

Bonner Wirtschaftsanzeiger startet – Hakan Cengiz

Gestaltungsdiskurs zu Industrie 4.0, fehlende Debatte zu Society 4.0 und die Rolle von Fach- und Publikumsmedien – Professor Volker Banholzer

Wie die Digitalisierung unser Bildungssystem abschafft und wie mögliche Alternativen aussehen – Christoph Schmitt

Livestream made easy – Thomas Nowara

Mehr Menschen am richtigen Ort – Antje Röwe

Ursprünglichen Post anzeigen

Advertisements

Education in the digital future: Now it’s going to be real!

haende
http://www.gene-muenchen.net

Buzzwords fill the air. Key notes fly around our ears. But developments do not take place. Because the education system does not change, it will be replaced step by step. Why do schools and universities not embrace the digital change? Because their two main characteristics are no longer in demand: pedagogy and didactics. These are bad news –  explained in detail elsewhere. Now I’m thinking about the question: What comes to us?

I am asked again and again: „How do education and school look like in the future?“ Well: On the one hand alternatives already exist. They are digital (udacity, coursera, edX & consorts), and they are analogous. On the other hand alternative learning projects spring up like mushrooms, as recently read again: Free schools are on the upswing. Even in Switzerland.

In this article I will now show you what successful education is going to be in the future. And again, it is not a question of whether we want it or not. It is only a matter of how we shape it.

  1. There are no more (school) subjects

In the future there will be topical priorities and concerns to group around those who are interested, with the aim of developing solutions. „Subjects“ are only a hindrance. Learning means solving real problems. Therefore, learning people work in projects. Demand-, result- and product-oriented. Exclusively on real topics.

  1. There are no classes left

Project teams form up age-intertwined (or division-, company- or branch-mixed) on the basis of current, relevant topics, self-selected tasks and projects. They always have a need-oriented goal that is self-formulated. They work as „circles“ in the sense of Holacracy. They operate as „communities of practice“. Self-organized and non-hierarchical. Operation method is collaborative. The teams dissolve after completion of the project.

  1. There is no more instruction

Teaching is always externally controlled. Learning is always self-controlled. This is why all learning processes are structurally self-organized in the future. Learning and education are no longer institutional. Learning people are grouped together into project teams. They organize, create and use the infrastructure they need. The resource management is self-organized, also with regard to the required information.

  1. There are no more grades

People learn from each other. At any age. Age and age-group intermixing simplifies and guarantees the growth of self-organization and self-responsibility. Different forms and levels of competence development inspire, complement and scale each other.

  1. There are no more tests

There are various ways of documentation and presentation in the sense of „evaluation“, aligned to the respective projects and their requirements. People learn to know („discover“) and appreciate themselves through these processes. They gain feedback through „appreciative inquiry“ to design, reflect and control their own private processing. But performance is always collaborative. Furthermore individual competence and expertise are documented through self-organized, digital portfolios.

  1. There are no more markes

There are self-controlled (!) feedback systems, which allow me to use my self-assessment and my own development (by increasing age also as „professionalization“): Focussed on Skills- and  Strengths, potentials and needs. To recognize, appraise and connect individual needs an social requirements is one of the most important concerns of these processes.

  1. There are no more curricula

No content is specified for the learning processes. Objectives are oriented and strengthened in open forms of competences. The „Curriculum 4.0“ (the guiding principle of each learning organization) is reduced to seven questions:

a. What do we want to achieve?

b. Why do we want to achieve it?

c. How do we achieve it?

d. What can we do about it?

e. How do we get to do that?

f. What help to we need?

g. How do we get it?

  1. There are no teachers

Didactic and pedagogical expertise is no longer required. Required are e.g. skills in the fields of systemic and solution-oriented coaching and social-counseling, mediation, “gestalt psychology”, non-violent communication (acc. to Marshal B. Rosenberg), moderation and TZI group management. Maybe coding 😉

  1. There is no paper left

Information management is digital. There are no educational or didactic „textbooks“ any more. Everything is open source & access. Paper takes place only as a creative matter.

Learning will take place in the future (again) without pedagogic-didactic intermediaries. People of all ages develop the core competencies of the 21st century without pedagogic-didactic detours.

And now: read this.

MerkenMerken

MerkenMerken

Schule als Schonraum – »we do not lecture and we do not profess« 

„Eine differenzierte »Schonraum«-Konzeption orientiert sich an der Auseinandersetzung als Voraussetzung, in Lernnetzwerken teilnehmen zu können. Offenheit für neue Inhalte, Umgang mit anderen Perspektiven, Assoziationen formulieren, Verdichtungen vornehmen, Modelle verstehen, Abstraktionen erklären, eigene und fremde Meinungen kritisch befragen und echte Formen von Zusammenarbeit erleben und reflektieren sind wesentliche Kompetenzen für wirksames Lernen im 21. Jahrhundert – ein Lernen, das längst eine große Bedeutung in der Berufswelt hat und sich nicht mehr auf die Schule beschränkt. Die Kompetenzen können im Netz erworben werden, sie sind aber auch eine Voraussetzung, um im Netz wirksame Lernprozesse voranbringen zu können.“

Schule und Social Media

Immer wieder erstaunt mich, dass der vielschichtigen Herausforderung, welche die Digitalisierung für die Schule als System darstellt, nicht auf eine naheliegende Weise begegnet wird: Durch die Betonung der »Schonraum«-Funktion der Schule.

Schonraumlernen bezeichnet die Vorstellung, dass Lernen in einem Umfeld geschehen soll, das Fehler verzeiht und Settings anbietet, die an den Kompetenzaufbau der Lernenden angepasst sind.

In Bezug auf den Einsatz digitaler Kommunikation kann eine naive von einer differenzierten Schonraum-Vorstellung unterschieden werden: Viele Schulen orientieren sich an einer naiven Schonraum-Vorstellung, indem sie sich implizit oder explizit an kulturpessimistischen Vorstellungen orientieren, wie sie etwa kürzlich Michael Furger in der NZZ am Sonntag ausgeführt hat:

Mehr Kompetenzen, weniger Wissen – das ist auch die Idee des Lehrplans 21 und somit das künftige Modell für unsere Schulen. Damit wird im Grunde der traditionelle ­Bildungskanon zu einem Auslaufmodell. Geschichte, Literatur, Geografie: So etwas kann man ja – wenn man es wirklich genau wissen…

Ursprünglichen Post anzeigen 421 weitere Wörter

Bildung in der digitalen Zukunft: Jetzt wird’s ganz konkret!

haende

Buzzwords bevölkern den Äther. Key Notes fliegen uns um die Ohren. Aber Entwicklungen finden keine statt. Weil sich das Bildungssystem nicht verändert, wird es nach und nach ersetzt durch Alternativen. Warum machen Schulen und Hochschulen nicht mit? Weil ihre beiden Hauptmerkmale in Zukunft nicht mehr gefragt sind: Pädagogik und Didaktik. Das ist richtig dicke Post. Begründet wird diese Entwicklung an anderer Stelle ausführlich. Mir geht es jetzt um die Frage: Was kommt auf uns zu?

Ich werde immer wieder gefragt: „Wie sehen denn Bildung und Schule in Zukunft aus? Skizzieren sie mal was! Werden sie konkret!“ Nun: Einerseits gibt es die Alternativen schon. Es gibt sie digital (udacity, coursera, edX & Konsorten), und es gibt sie analog. Alternative Lernprojekte schießen wie Pilze aus dem Boden, wie jüngst wieder zu lesen war: Freie Schulen sind massiv im Kommen.

In diesem Artikel zeige ich jetzt, was erfolgreiche Bildung in Zukunft auszeichnet. Und noch einmal: Es geht nicht um die Frage, ob wir das so wollen oder nicht. Es geht nur um die Frage, wie wir das gestalten.

Here we go:

Es gibt keine Fächer mehr

In Zukunft gibt es thematische Schwerpunkte und Anliegen, um die herum sich Interessierte gruppieren, mit dem Ziel, Lösungen zu erarbeiten. „Fächer“ sind dabei nur hinderlich. Lernen bedeutet reale Probleme lösen. Deshalb arbeiten lernende Menschen in Projekten. Bedarfs-, ergebnis- und produktorientiert. Ausschließlich an echten Themen.

Es gibt keine Klassen mehr

Projektgruppen formieren sich altersdurchmischt (abteilungs-, firmen- oder branchendurchmischt) anhand von aktuellen, relevanten Themen, selbstgewählten Aufgaben und Projekten. Sie haben immer ein bedarfsorientiertes Ziel, das selbstformuliert ist. Sie sind „Kreise“ im Sinne von Holacracy. Sie arbeiten als „communities of practice“. Selbstorganisiert und hierarchiefrei. Die Arbeitsform ist kollaborativ. Die Gruppen lösen sich nach Projektabschluss auf.

Es gibt keinen Unterricht mehr

Unterricht ist immer fremdgesteuert. Lernen immer selbstgesteuert. Deshalb sind alle Lernprozesse in Zukunft strukturell selbstorganisiert. Lernen und Bildung sind nicht mehr institutionell. Lernende Menschen finden sich zu Projektgruppen zusammen. Sie organisieren, erschaffen und benutzen die Infrastruktur, die sie benötigen. Das Ressourcenmanagement ist selbstorganisiert, auch bezüglich der benötigen Informationen.

Es gibt keine Jahrgänge mehr

Menschen lernen voneinander. In jedem Alter. Altersdurchmischung vereinfacht und garantiert das Hineinwachsen in Selbstorganisation und Selbstverantwortung. Unterschiedliche Formen und Stufen der Kompetenzentwicklung inspirieren, ergänzen und skalieren sich gegenseitig.

Es gibt keine Prüfungen mehr

Es gibt vielfältige, an den jeweiligen Projekten und ihrem Bedarf ausgerichtete Formen der Dokumentation und der Präsentation im Sinne von „Auswertungen“. Menschen lernen sich selbst in Prozessen kennen und einschätzen. Sie holen sich über „appreciative inquiry“ Feedback, um die eigenen Entwicklungsprozesse zu gestalten, zu reflektieren und zu steuern. Leistungen werden kollaborativ erbracht. Individuelle Kompetenz & Expertise wird in selbstorganisierten, digitalen Portfolios dokumentiert.

Es gibt keine Noten mehr

Es gibt selbstgesteuerte (!) Feedback-Systeme, die mir ermöglichen, Selbst- und Fremdeinschätzung für meine eigene Entwicklung (mit zunehmendem Alter auch „Professionalisierung“) zu nutzen: Stärkenorientiert, potenzialorientiert, bedarfsorientiert. Bedarfe und Bedürfnisse zu erkennen, einzuschätzen und zu vernetzen, ist eines der wichtigsten Anliegen dieser Prozesse.

Es gibt keine Lehrpläne mehr

Den Prozessen sind keine Inhalte vorgegeben. Ziele werden in offenen Formen an Kompetenzen ausgerichtet und festgemacht. Das „Curriculum 4.0“ (zugleich Leitbild der Organisation) reduziert sich auf sieben Fragen:

a.    Was wollen wir erreichen

b.    Warum wollen wir es erreichen?

c.    Wie wollen wir es erreichen?

d.    Was müssen wir dazu können?

e.    Wie kommen wir dazu, das zu können?

f.     Wie sieht Hilfe dafür aus?

g.    Wie holen wir uns die?

 

Es gibt keine Lehrer mehr

Didaktische und pädagogische Expertise sind nicht mehr gefragt. Gefragt sind Kompetenzen in den Bereichen systemisch-lösungsorientierter und sozialer Beratung, Meditation, Gestaltpsychologie, gewaltfreie Kommunikation, Moderation und TZI-Gruppenleitung.

Es gibt kein Papier mehr

Das Informationsmanagement ist digital. Es gibt keine pädagogisch-didaktischen „Lehrbücher“. Alles ist open source. Papier findet nur als kreative Materie statt.

 

Lernen findet in Zukunft (wieder) ohne pädagogisch-didaktische Zwischenwirte statt. Menschen in jedem Alter entwickeln ohne pädagogisch-didaktische Umwege die Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts.

Eine spannende Vertiefung des Themas finden Sie im Sommerinterview mit Gunnar Sohn und Christoph Schmitt.

Warum mit Rauchen aufhören, wenn nur andere daran sterben?

hackathon
Quelle: Die offene Gesellschaft

Solange wir nicht bei den Gründen ansetzen, aus denen wir etwas tun und etwas anderes nicht, wird sich unser Tun nicht ändern. Auch meines nicht. Auch Ihres nicht. Diese Gründe sind immer individuell. Es geht nicht um die Abteilung, die Familie oder die Partei. Auch wenn wir etwas anderes behaupten: Es geht immer um meinen eigenen Hals, Kontostand, Pensionsanspruch.

Nicht einmal die Moral hat die Kraft, diese Gründe für mein Handeln zu verändern. Der US-Amerikaner Al Gore predigt seit Jahrzehnten mit dem Weltuntergang im Gepäck. Er und viele andere. Das ändert nichts an den Gründen für mein Handeln. Gerade dieser „Algoreismus“ führt zu keinerlei Kurswechsel.

Abschreckungs- und Vermeidungsziele motivieren nicht. Sie wirken nur zur Abwendung einer unmittelbar drohenden Gefahr: Wenn meine Entlassung droht oder die Scheidung. Und sie wirken nur, solange die Gefahr unmittelbar MIR droht. Aber kein Mensch hört auf zu rauchen, weil andere an Lungenkrebs sterben. Erst recht nicht verzichtet er oder sie auf Produkte, die Palmöl enthalten, weil woanders auf der Welt jemand vor die Hunde geht. Das ist die eigentliche „unconvenient truth“ – so lautet der Titel des berühmten Films, mit dem Al Gore auf Tour war.

Und: Solange wir unter Druck stehen, rauchen wir weiter.

Wir ändern unser Handeln nicht, wenn sich nichts an seinen Gründen ändert. Dazu brauchen wir eine Vision, die uns sogartig in die Zukunft zieht. Nicht, was nicht mehr sein soll, motiviert mich zu einem anderen Handeln, sondern was unbedingt statt dessen sein wird. Das nenne ich „Vision“. Nichts setzt mehr Kraft frei als eine gemeinsame Vision: wie es sein wird, weil wir es anpacken. Der drohende Weltuntergang ist keine Vision. Er arbeitet mit Druck. Visionen arbeiten mit Sog. Sie ziehen an.

Die Menschen, die den Film „Tomorrow“ gemacht haben – machen es richtig. Sie zeigen, wie Arbeit und Leben anders gelingen können. Sie zeigen, was geht und wie es geht. Auf wunderbare Weise. Auch Filme, die über gelingende Projekte lebendigen Lernens berichten, haben Recht. Ein besonders schöner ist „Schools Of Trust“.

Sie zeigen, dass es geht und wie. Und wie machen sie das? Indem sie machen.

MerkenMerken

MerkenMerken